Sessionbericht: Deathbook

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Deathbook – das multimediale und interaktive eBook bei Rowohlt

von Johanna Schaumann

In der Session „Deathbook – das multimediale und interaktive eBook bei Rowohlt“ waren neben Autor und Lektor überraschend 5 weitere Projektmitglieder (Projektleiter, Programmierer, Vertrieb) anwesend und gaben sehr schöne Einblicke in das Projekt.

Uwe Naumann und Andreas Winkelmann

Uwe Naumann vom Rowohlt Verlag (li.) und Deathbook-Autor Andreas Winkelmann stellen dem eBookCamp-Publikum ihre Session vor, © Ute Nöth

Deathbook ist ein Thriller mit innovativen, interaktiven, multimedialen Elementen. Es ist eine 10-wöchige Fortsetzungsgeschichte, die ab 24. September 2013 startete, und zuerst nur als Ebook konzipiert wurde. Im Anschluss wurde eine Printfassung erstellt. Neu war bei dieser Geschichte, dass die multimedialen und interaktiven Elemente nicht „angeflanscht“ wurden, sondern wichtiger Bestandteil der Geschichte sind.

Sehr schnell wurde klar, dass Deathbook ein „Projekt“ ist, das in den vorhandenen Rowohlt-Verlagsstrukturen integriert werden musste, und dass vor allem Theorie und praktische Umsetzung alsbald auseinanderklafften:

Grundsatzentscheidung war, auf allen Geräten und Plattformen präsent zu sein. Hier ist man sehr schnell an die technischen Grenzen gestoßen, da der ursprüngliche Plan EINE DATENQUELLE FÜR ALLE AUSGABEFORMEN nicht umsetzbar war. Am Ende mussten 3 Produkte parallel entwickelt und kontrolliert werden. Diese technischen Tests waren zeitintensiv und auch die unterschiedlichen Mentalitäten von Programmierer, Lektor, Autor … kamen zu Tage. Während ein Programmierer gerne eine Betaversion entwickelt und freigibt, möchte der Lektor ein abgeschlossenes Produkt abliefern. Auch musste berücksichtigt werden, dass nicht auf allen Geräten Interaktivität möglich ist.

Der Autor Andreas Winkelmann durfte zuerst seine Wünsche äußern ohne technischen Hintergrund, wurde dann aber von der Realität eingeholt. Sein Kommentar „Künstlerische Eitelkeiten durfte ich dabei nicht haben“ beschreibt es sehr gut. Er musste 10 Wochen lang in 2 Welten leben, da er auch gleichzeitig seine eigene Hauptfigur im Thriller war und aktiv mitgewirkt hat. Lebendig erzählte er von dem Dreh einer Filmepisode in einer Baracke, die in den Thriller eingebaut wurde. Er war als Autor auch besonders gefordert, den Thriller aktuell zu halten, vor allem bei den Sprungstellen in die sozialen Netzwerke.

Am Ende wurde auch noch ein Printbuch veröffentlicht, bei dem Stellen neu geschrieben werden mussten, um z. B. die interaktiven bzw. multimedialen Passagen einzubauen und zu beschreiben. Es wurde auch viel überlegt, ob es einen „Mehrwert“ für das Printbuch geben muss, letztendlich war es der Umfang. Schwierig war auch das Übertragen der Zeitleiste des Buches, da im Ebook des Öfteren Handlungen parallel stattfanden.

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage gestellt, ob diese Art von Projekten mit den vorhandenen Verlagsstrukturen sinnvoll umgesetzt werden kann oder ob es besser ist, „Externe“ damit zu beauftragen. Herr Naumann zeigte dazu in einer eindrucksvollen Graphik „Deathbook-Elemente“ die Vielfalt der multimedialen, interaktiven Elemente und beschrieb den dahinterstehenden Aufwand. Wenn nötig, wurde die Expertise von Externen eingeholt, die Projektverantwortung blieb aber im Verlag. Von allen Beteiligten wurde nochmals das nötige Teamverständnis und die Gleichberechtigung aller Teammitglieder betont, ohne diese wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.

Deathbook ist vorerst ein abgeschlossenes Projekt, es wurden viele Erfahrungen bezüglich Teamarbeit (Innerhalb des Verlages und Zusammenarbeit mit Softwareentwickler) und Zeitmanagement gesammelt. Das Engagement aller Beteiligten war sehr hoch, es hat sich vor allem die technische Umsetzung als limitierender Faktor herausgestellt. Dies wurde zeitweise als sehr unbefriedigend eingestuft. Der Titel wird noch eine zeitlang lieferbar sein, es wird überlegt, wie man die interaktiven Elemente (Echtzeitereignisse) aktiv hält und inwieweit Softwareaktualisierungen nötig sind. Ob es Folgeprojekte geben wird, ist noch offen.

Danke für den Einblick in die Projektarbeit und kritische Reflexion, aus diesen Projekten kann man nur lernen!


Sessionbericht: DSDEBS oder Wie der Bad Cop zur Wischmaus wurde

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Steffen Meier und Vedat Demirdöven: Deutschland sucht den E-Book-Star. Eine Bestandsaufnahme

von Kai Wels (www.kaipiranha.de)

DSDEBS steht weder zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2014 noch ist es das neue Format eines privaten TV-Senders. Es ist vielmehr der Titel der Session von Vedat Demirdöven und Steffen Meier, die gemeinsam ihren Erfahrungsbericht als Jury-Mitglieder für den 1. Deutschen E-Book Award mit dem aufmerksamen Publikum teilten: Deutschland sucht den E-Book Star!

Steffen Meier hielt gleich zu Beginn fest, dass die Arbeit als Jury-Mitglied „echt anstrengend“ gewesen sei. Kein Wunder, schließlich musste aus 62 Einreichungen die Spreu vom Weizen getrennt werden, bei dem der selbsternannte Bad Cop Meier auch die durchaus deutlichen Qualitätsunterschiede der E-Books erläuterte. Für den Award durften nicht nur Verlage ihre Produkte vorstellen, sondern auch Self-Publisher und andere Unternehmen. In den zwei Kategorien Enhanced E-Books und Apps musste die Jury also erstmal bestimmte Kriterien definieren, um eine Vergleichbarkeit abzuleiten. Die Schwerpunkte Innovation, Usability und technische Umsetzung bildeten so den Rahmen in der Bewertung.

Dann führte Meier durch die Shortlist in der Kategorie Enhanced E-Books mit der Unterstützung von Vedat Demirdöven, der den Titel „Wischmaus“ ob seiner eigenen beträchtlichen Digitalkompetenzen eindeutig nicht verdient hat. Eine Prezi über das iPad zu bedienen ist jedoch nicht jedermanns Sache, wie Meier später selbst demonstrieren durfte. Die Beispiele für innovative E-Books im Enhanced Bereich beeindruckten das Publikum zweifellos mehr. Besonders der junge Gewinner in dieser Kategorie, Andreas Huber mit Physik 7, überzeugte nicht nur die Teilnehmer vom eBookCamp, sondern auch Jury-Mitglied Steffen Meier: „Wenn ein 17-jähriger Self-Publisher ein zeitgemäßes und interaktives Lehrbuch produzieren kann, das besser ist als von großen Verlagen, dann ist das eine echte Klatsche!“

Vedat Demirdöven und Steffen Meier

„Good Cop“ Vedat Demirdöven (li.) und „Bad Cop“ Steffen Meier, © Felix Wolf

Danach übernahm Steffen Meier die Rolle der iPad-Prezi-Wischmaus und übergab den Moderatorenstab an Vedat Demirdöven, der die Nominierten in der Kategorie Apps vorstellte. Bei der sehr aufwändigen Umsetzung der Netwars App wurde im Publikum die Frage gestellt, inwieweit sich eine solche Produktion überhaupt rechnen würde. Vedat Demirdöven hatte als Good Cop gleich die passende Antwort parat: „Netwars ist ein sehr gutes Beispiel, wie man mit einem internationalen Vertriebsansatz die höheren Produktionskosten finanzierbar machen kann.“ Den Gewinner des 1. Deutschen E-Book Awards in der Kategorie Apps lobte er für den sinnvollen Einsatz der technischen Möglichkeiten und multimedialen Anreicherungen der historischen Biographie von „Carl Lutz“.

Die Vorlage des Deutschen E-Book Award war der Digital Book Award aus den USA. Hier sei der E-Book Markt auch bereits viel weiter als in Deutschland, berichtete Demirdöven, als er die Möglichkeiten von ePub3 etwas genauer vorstellte. Dort werde dieses Format schon sehr grundlegend eingesetzt, wohingegen in Deutschland die Verlage noch sehr zögerlich darauf reagierten. Nicht nur die Einbindung von Rich Media oder Quick Polls in E-Books, die Vedat an einem Beispiel eindrucksvoll demonstrierte, auch die Option für fortlaufende Aktualisierungen bei Enhanced E-Books seien besonders im Sachbuchmarkt sehr interessant.

Schön ist ja, dass man auch bei jeder Veranstaltung immer etwas dazu lernen kann. So wurde aus dem Publikum das sog. D’Artagnan-Prinzip bei der E-Book Herstellung kurz erläutert, was sinnbildlich soviel bedeutet wie: Eines für alles. Man bricht aufgrund der vielen unterschiedlichen Lesegeräte und Systeme die Produktion auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runter, um damit eine technische Quelldatei zu erzeugen, die am meisten kompatibel ist. Und hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, denn die Nutzung von Enhanced E-Books von einer Qualität der Preisträger des E-Book Awards ist nach wie vor stark abhängig von der Verbreitung und technischen Ausstattung der Geräte.

Abschließend war man sich aber darüber vollkommen einig, dass eine Verbindung des Deutschen E-Book Awards mit der Stiftung Buchkunst ein Gewinn für alle wäre. Und beim Rausgehen schwirrten dem optimistischen Berichterstatter die historischen Worte durch den Kopf: „Es wächst zusammen, was zusammen gehört.“

Die Präsentation von Steffen und Vedat findet ihr auf prezi.com. Infos zum 1. Deutschen eBook Award: www.deutscher-ebook-award.de.


Sessionbericht: Ein Traum von einem Buch

Ihr wollt wissen, was in den Sessions passiert ist, die ihr beim eBookCamp verpasst habt? Oder habt gleich das ganze Camp verpasst? Lest einfach hier nach! Wir veröffentlichen nach und nach die Eindrücke unserer fleißigen Sessionpaten.

Luise Schitteck und Johanna Schaumann: Ein Traum von einem Buch

von Edda Klepp (dasseitenfresserchen.blogspot.de)

Luise Schitteck und Johanna Schaumann in ihrer Session "Ein Traum von einem Buch"

Luise Schitteck (li.) und Johanna Schaumann in ihrer Session „Ein Traum von einem Buch“, © Felix Wolf

Vieles ist inzwischen mit E-Readern möglich. Doch je ausgefeilter die Technik, desto mehr potenzieren sich auch die Fehlerquellen. Kein Wunder, dass die Kundschaft da oft nicht allein weiter weiß und sich mit Fragen an die Bücher-Fachwelt wendet. In ihrer Session „Ein Traum von einem Buch“ auf dem eBookCamp Hamburg 2014 berichteten Luise Schitteck von readbox und Johanna Schaumann vom Carl Hanser Verlag von ihren persönlichen Erfahrungen mit Kundenanfragen. Und ein wenig Katzen-Content gab es kostenfrei gleich noch dazu.

Der Draht zur Ebook-Kundschaft

Mit mehreren Katzen teilt sich Luise Schitteck ihre vier Wände daheim. „Wie ich aussehe, das wisst ihr ja jetzt, deswegen habe ich ein Bild von einer Katze genommen“, eröffnete sie launig die Session mit Blick auf die Projektion ihrer biografischen Daten nebst Konterfei des Stubentigers an der Wand. Die Lebensläufe der beiden Leiterinnen waren denn auch schnell umrissen. Sie, Luise, arbeitete lange Jahre als Buchhändlerin und hatte daher ständig den direkten Draht zur Ebook-Kundschaft, die andere, Johanna, beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Ebook in ihrem Verlag und hat deswegen oft Fragende in der Telefonleitung. Ihr Vorgehen: „Wir als Verlag verweisen grundsätzlich auf den Support der Verkaufsplattform.“

Denn meist sind es ohnehin die technischen Fragen, die der Kundschaft Kopfzerbrechen bereiten, am Telefon lässt es sich da nur schwer helfen, vor allem in Hinblick auf die Vielfalt der inzwischen gängigen Systeme. „Wie kriege ich das Ebook auf den Reader? Warum kann ich eine PDF nicht lesen? Wie komme ich an meine Kennung heran, die ich bei der Registrierung abgeben musste?“ – All das sind Fragen, die Luise im täglichen Kundengespräch immer wieder begegneten. Fragen also in der Hauptsache nach den Themen Kopierschutz und Synchronisation.

Bequeme Lesealternative

Nicht selten ging für die Lösung des Problems da auch schon mal die eigene Freizeit flöten. „Ich habe mir das dann alles nach der Arbeit angelesen“, berichtete Luise. Für die Hilfesuchenden hat sie viel Verständnis. Man könne nicht erwarten, dass sich diese mit allem allein auseinandersetzten. In der Hauptsache waren ihre Kunden weiblich, 40+ und wünschten sich eine bequeme Lesealternative zum unhandlichen und schweren Buch für den Urlaub oder auch die Badewanne. Technische Kenntnisse brachten die wenigsten mit.

Johanna machte da im Verlag schon andere Erfahrungen. „Bei mir sind es zu 90 Prozent technisch affine Männer mit detaillierten und gezielten Fragen“, sagte sie. Aber auch die Rechtschreibung oder die Darstellung im Ebook scheint die Menschen zu bewegen. „Warum ist das Bild im Ebook einen Absatz weiter unten als im Printbuch?“, gab Johanna eine der Fragen wieder und ergänzte sogleich: „Wie geht man denn damit um?!“

Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis

Ob im Verlag oder in der Buchhandlung – der Arbeitsaufwand bei der Behandlung der technischen Wehwehchen steht oft zum Nutzen für den Verkäufer oder Produzenten in keinem guten Verhältnis. Dies wurde auch im anschließenden Gespräch in der Sessiongruppe deutlich, bei der andere ebenfalls ihre Erfahrungen mit Kundenanfragen zum Besten gaben. Vor allem dann nicht, wenn sich die Fachkraft ständig in neue Felder einarbeiten muss.

Auf die Frage, ob sich denn durch die Wlan-Fähigkeit der neuesten Generation viel verändert habe, reagierte Johanna prompt. Und mit Humor: „Ja, dadurch kommt jetzt diese Problematik auch noch dazu…“

Häufig benannte Themen

Vor allem die folgenden Wünsche sind aus Sicht der Kunden häufig im Fokus:

  • Das einfache Downloaden (gegebenenfalls vor Ort in der Buchhandlung) von einzelnen oder auch mehreren Titeln;
  • gute Lesbarkeit der Ebooks;
  • der Austausch älterer Ebook-Versionen, sobald sich das Gerät erneuert hat;
  • aufeinander abgestimmte Formate, damit kein Datenkuddelmuddel und kompliziertes Kopierschutzdesaster entsteht sowie
  • eine möglichst schnelle Verfügbarkeit nach Veröffentlichung der Printausgabe, denn für niemanden ist es verständlich, warum auf manches Ebook lange gewartet werden muss, obwohl der Text bereits lektoriert vorliegt.

Einig waren sich am Ende der Session alle in diesem Punkt: In der Zukunft wird es zunehmend nötig sein, Personal für den Support bei der Ebook-Problematik fix einzuplanen. Inwiefern dies umsetzbar ist, ist eine ganz andere Frage. Aber selbst wenn, auch dann wird es immer wieder schwierige Felder geben, denn mit allem, beispielsweise auch sämtlichen aktuellen Apps oder Updates, kennt sich schließlich keiner aus.


Der Sessionplan steht!

Die Verteilung der Sessions auf die Räume klappt jedes Jahr besser. Hier ist der Sessionplan fürs eBookCamp Hamburg 2014. Und damit kein Teilnehmer in den parallel laufenden Sessions etwas verpasst, sorgen unsere Sessionpaten für die Dokumentation. Dafür vielen, vielen Dank!

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Die Sessions 2014 – Heinz Mehrlich über barrierefreie E-Books

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

E-Books für Sehbehinderte

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in den USA bereits bindende Gesetze, wie Medieninhalte für sehbehinderte Menschen zugänglich zu machen sind. Europäische Regelungen sind in Arbeit. Nach Einschätzung der Reading Rights Coalition gelten etwa 10 Prozent der Amerikaner als lesebehindert. Annähernd zwei Drittel der Deutschen tragen eine Brille. Schwierigkeiten beim Sehen und Lesen sind also durchaus nicht selten. Übersieht die deutsche Medienindustrie so etwa 10 Prozent ihrer möglichen Kunden? Heinz Mehrlich zeigt in seiner Session die Probleme auf, die heutige Reader-Apps und E-Books Sehbehinderten bereiten, und stellt Lösungsansätze vor. Diskutiert werden soll, welches Innovationspotenzial und welche Möglichkeiten in E-Books für Sehbehinderte stecken, inwiefern sie auch für normal Sehende relevant sind und welche Lesergruppen damit neu erschlossen werden können.

Foto Heinz Mehrlich

Heinz Mehrlich

Der Diplomökonom Heinz Mehrlich, 61 Jahre alt, ist in der Selbsthilfeszene der Sehbehinderten aktiv und hält ganzjährig Vorträge zur Thematik „Nutzung von Tablet-PCs und Smartphones für Sehbehinderte“.


Die Sessions 2014 – Luise Schitteck und Carsten Sievers über „Ein Traum von einem Buch“

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Ein Traum von einem Buch – Leserstimmen

Luise Schitteck, Buchhändlerin, und Carsten Sievers, bei eBook.de im Kundenservice tätig, stehen in Sachen eBook-Support und-Verkauf in engem Kontakt mit Leserinnen und Lesern. In ihrer Session Ein Traum von einem Buch berichten sie aus erster Hand, was dem Leser Freude und Frust bereitet.

Gemeinsam blicken Luise und Carsten auf viele Jahre Erfahrung im E-Book-Geschäft zurück. Dabei schauen sie nicht aus dem berühmten Elfenbeinturm auf Leserinnen und Leser herunter, sondern stehen im direkten täglichen Kontakt. Wenn also einer von Lust und Frust der E-Book-Leser weiß, dann diese beiden!

In ihrer Session lassen sie uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Sie berichten, welche Wünsche geäußert werden und wurden, worin Leserinnen und Leser den Mehrwert elektronischen Lesens sehen, was besonders frustriert und erfreut, nach welchen Kriterien Titel ausgewählt werden. Aber auch: Was sind Stolpersteine, was sorgt für Beschwerden? Warum entscheiden sich Leser und Leserinnen für eine bestimmte Leseumgebung (Hardware und „Location“)? Wird zum Beispiel das Schriftbild (abgesehen von der Schriftgröße) bewusst verändert? Wie hoch ist eigentlich tatsächlich der Anteil der Reklamationen relativ zu den tatsächlichen Verkäufen?

Ihre eigenen Erfahrungen werden die beiden mit denen zahlreicher anderer Kollegen und Kolleginnen unterfüttern. Außerdem soll es darum gehen, ihre eigenen Erkenntnisse mit den bekannten E-Book-Studien und Kundenbefragungen in Einklang zu bringen.

Luise Schitteck

Luise Schitteck

Luise Schitteck ist gelernte Buchhändlerin und lässt sich von Freunden immer noch dafür auslachen, dass sie bei der Ankunft des ersten Kindle im Markt mit aller verfügbaren Vehemenz gegen elektronisches Lesen gewettert hat. Nach ihrer Ausbildung in einer kleinen Buchhandlung im Oldenburger Münsterland blieb sie dort noch einige Jahre im reinen Offline-Papier-Kosmos der klassischen Inhaberinnen-geführten Buchhandlung, verkaufte Bücher, begleitete Lesungen und überprüfte Steckverbindungen, wenn der Nadeldrucker mal wieder streikte.

Ab 2010 war Schitteck in der Thalia Buchhandlung in Osnabrück angestellt und wurde dort die (in jeder Filiale vorhandene) „E-Reading Expertin“. Von der Einführung des OYO im Oktober 2010 bis zum Wechsel zum Tolino Shine im Frühjahr 2013 hat sie dabei vermutlich jedes mögliche Kundenproblem mindestens einmal am eigenen Leib erfahren.

Auf e-luise.de bloggt sie über ihre Erfahrungen als Buchhändlerin mit e-Reading und e-Readern.

Seit Dezember 2013 ist sie im Marketing-und Vertriebsteam der Dortmunder Softwarefirma readbox angestellt, die Verlage dabei unterstützt, digitale Produkte zu konzipieren und erfolgreich in den Markt zu bringen.

Carsten Sievers

Carsten Sievers

Carsten Sievers ist seit 2007 im Bereich Kundenservice bei eBook.de, vormals Libri.de, tätig, zuvor studierte er Bibliotheks- und Informationsmanagement an der HAW Hamburg. Seine ersten Erfahrungen mit E-Books machte er bereits 2007 mit Mobipockets, mit ePub-E-Books arbeitet er seit 2009 täglich.


Die Sessions 2014 – Uwe Naumann und Andreas Winkelmann mit »Deathbook« – das multimediale und interaktive E-Book bei Rowohlt

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Andreas Winkelmann © by Gregor Middendorf

Deathbook ist ein Thriller und war zugleich ein digitales Ereignis: die E-Books-Version enthält Videos und Töne, Chats und Möglichkeiten zur Interaktion. Andreas Winkelmann und Uwe Naumann stellen kurz das Projekt vor und werden anschließend sehr offen und problemorientiert eine Auswertung des Projekts präsentieren.

Andreas Winkelmann studierte Sport in Saarbrücken, war vier Jahre Soldat und arbeitete unter anderem als Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsfachmann und freier Redakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.

Uwe Naumann © by Hergen Schimpf

Uwe Naumann © by Hergen Schimpf

Uwe Naumann studierte Germanistik und Soziologie mit anschließender Promotion. Er war zwölf Jahre Programmleiter Sachbuch bei Rowohlt und ist jetzt Koordinator E-Book in dem Reinbeker Verlag.


Werdet Sessionpate!

Wie in jedem Jahr werden auch diesmal wieder dreimal drei Sessions parallel laufen, sodass sich alle Teilnehmer in jedem Block für jeweils eine entscheiden müssen. Trotzdem soll jeder von allen Sessions profitieren – deswegen suchen wir Sessionpaten, die Vorträge und Diskussionen aufmerksam verfolgen und eine Zusammenfassung schreiben. Alle Texte werden nach dem eBookCamp hier auf unserem Blog veröffentlicht. Findet ihr eines der Sessionthemen besonders spannend und habt Lust, es in einer Zusammenfassung zu dokumentieren? Dann schreibt uns bis kommenden Donnerstag, den 30.10., an ebookcamp@gmail.com! Damit sichert ihr euch nicht nur unseren Dank, Ruhm, Ehre und jede Menge Karma-Punkte, sondern auch ein kleines, feines Präsent.


Die Sessions 2014 – Michael Schneider mit REST in Publishing

Welche Themen erwarten euch dieses Jahr beim eBookCamp? Sessions und Sessionleiter stellen wir sukzessive hier im Blog vor.

Rest in Publishing

Was verbirgt sich denn bloß dahinter? Das soll in Michael Schneiders Session gemeinsam heruasgefunden werden. Aber so viel sei gesagt: REST ist natürlich ein Akronym und steht für „Representational State Transfer“. Der Begriff benennt eine von Thomas Roy Fielding definierte Architektur, die Anwendungen in verteilten Netzen effizient verbindet. Restful Webservices erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht nur bei Google, Amazon, Apple & Co. Was als unschuldiger Vorschlag für eine moderne Architektur begann, könnte für die Art und Weise wie wir mit unseren digitalen Inhalten umgehen eine kleine Revolution bedeuten. Wie E-Books Restful werden, wie Rest funktioniert, was Verlage von REST erwarten können und warum Restful Services die Zukunft des digitalen Publizierens sind, soll in dieser Session diskutiert werden.

Michael Schneider © Petra Gass

Michael Schneider © Petra Gass

Michael Schneider studierte in Mainz Informatik, BWL und Medienwissenschaften. Anschließend führte er das Buch-Antiquariat titelei. Weitere Stationen vor seiner aktuellen Tätigkeit beim Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels waren beim Deutschen Fachverlag in Frankfurt, bei der Nationalbibliothek in Frankfurt, beim ZDF und beim Eichborn Verlag.


Die Sessions 2014 – Andrea Kock über sinnvolle Features in enhanced E-Books

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Kreativworkshop: Vom Text zum interaktiven E-Book – Welche Features passen zu welchem Inhalt?

Intuitiv. Interaktiv. Multimedial – ein E-Book kann theoretisch all das sein, lässt es sich doch durch Einbindung von Bildern, Tönen, Videos und Inhalten jeder Art um sinnvolle Eindrücke ergänzen. Dreh- und Angelpunkt dieser Anreicherungen ist der Autor, der mit seinem Wissen um den Inhalt und seinem schöpferischen Potenzial, besonders in der Lage ist, die interaktive Umsetzung seines Werks in die Hand zu nehmen.

Bisher standen allerdings häufig hohe Produktionskosten, erforderliches Spezialwissen und eingeschränkte Vertriebsmöglichkeiten unüberbrückbar zwischen Autoren und interaktiven E-Books. Diese Lücke schließen in letzter Zeit neue Tools wie beispielsweise PubCoder, die interaktive E-Books auch im Self-Publishing möglich machen und Autoren in die Lage versetzen, ein enhanced E-Book ohne größeres technischen Know How zu konzipieren.

Befreit von technischen Fesseln ist es nun also endlich an der Zeit, sich dem Content zu widmen! In ihrer als Workshop angelegten Session wird Andrea Kock mit den Teilnehmern der Frage nachgehen, welche nützlichen und sinnvollen Features hinter dem Begriff „interaktiv“ oder „enhanced“ stehen können. In Gruppen soll beispielhaft für zwei Titel aus unterschiedlichen Genres diskutiert werden, welche Features dem Leser am Ende in einem E-Book echten Nutzen bieten.

Andrea Kock

Andrea Kock (c) privat

Andrea Kock ist bei BoD – Books on Demand im Bereich E-Book für Produktentwicklung sowie Standards, Prozesse und Qualitätssicherung in E-Book Herstellung und Distribution verantwortlich. Die Buchhändlerin und Amerikanistin (M.A.) arbeitet seit dem Jahr 2000 mit E-Books und bei BoD seit 2003 in den Bereichen Layout und Lektorat, Key Accounts und E-Books.